Emilie Bevierre-Coppermanns Weg zur Parfümeurmeisterin begann mit einer prägenden Begegnung im Alter von 13 Jahren. Der Kontakt mit einem Parfümeur von Rochas entfachte ihre Leidenschaft für Düfte und legte den Grundstein für ihre spätere Karriere. Sie studierte zunächst organische Chemie, bevor sie ihre Ausbildung am renommierten ISIPCA in Versailles fortsetzte und sich damit gezielt auf die Kunst der Parfümerie spezialisierte.
Im Jahr 1993 begann sie ihre Tätigkeit bei Florasynth, das später von Symrise übernommen wurde, und blieb dem Unternehmen über ihre gesamte Laufbahn hinweg treu. 2016 wurde ihr der Titel der Parfümeurmeisterin verliehen. Im Laufe ihrer Karriere entwickelte sie über 160 Düfte und arbeitete mit bekannten Marken wie Balmain, Burberry, Carolina Herrera, Givenchy, Paco Rabanne und Van Cleef & Arpels zusammen.
Charakteristisch für ihre Arbeit ist ihr kontraintuitiver Ansatz in der Duftkreation. Sie kombiniert bewusst unerwartete Elemente, etwa indem sie Holznoten in Damendüften einsetzt oder warme Gewürze in frische Kompositionen integriert. Dabei verfolgt sie das Ziel, etwas Disruptives und zugleich Harmonisches zu erschaffen. Trotz dieser kreativen Gegensätze bleibt in ihren Düften stets eine gewisse Leichtigkeit und Verspieltheit erhalten.
Ihre Kindheit, geprägt von freiheitsliebenden Eltern und einer stilbewussten, Chanel-orientierten Großmutter, hat ihre Perspektive nachhaltig beeinflusst. Inspiration findet sie in unterschiedlichsten Quellen wie Reisen, Literatur, Kunst und Begegnungen mit Menschen. Aufenthalte in Indien, Kolumbien und Bali haben ihr einen reichen Fundus an olfaktorischen Eindrücken verschafft, aus dem sie bis heute schöpft. Sie beschreibt sich selbst als „Schwamm“, der Eindrücke aufnimmt und in kreative Ideen übersetzt.