Daniela Andriers Weg zu einer der einflussreichsten Stimmen der Parfümerie begann ungewöhnlich. 1964 in Heidelberg geboren, studierte sie zunächst Philosophie an der Sorbonne in Paris. Erst mit 22 Jahren fand sie eher zufällig zur Welt der Düfte – ein Moment, der ihr Leben nachhaltig veränderte. Trotz chronischer Nasennebenhöhlenprobleme ließ sie sich nicht von ihrer Leidenschaft abbringen.
Ihr Durchbruch gelang mit Unterstützung von Jacques Polge, dem legendären Chanel-Parfümeur, der ihr 1988 ein Praktikum bei Chanel ermöglichte. Diese Chance führte sie nach Grasse und zu Robertet, wo sie ihr erstes eigenes Duftprojekt realisierte. Anschließend arbeitete sie als Assistentin von Edouard Fléchier, dem Schöpfer von Dior Poison, bevor sie 1989 an der renommierten Roure Parfümerieschule (heute Teil von Givaudan) ihre Ausbildung vertiefte.
Andriers kreative Haltung beschreibt sie selbst als „Kampf gegen unelegante Parfümerie“. Sie versteht sich als Übersetzerin, die die Sprache einer Marke erkennt und in Duft übersetzt. Ihr Stil ist geprägt von Zurückhaltung und feiner Balance – selbst opulente Ingredienzen wirken in ihren Kompositionen leicht, fast schwebend. Besonders bekannt ist sie für ihre Iris-Düfte, die ihr den Beinamen „Königin der Iris“ eingebracht haben.
Ihre Arbeiten umfassen ein breites Spektrum renommierter Luxusmarken, darunter Prada, Bottega Veneta, Guerlain, Giorgio Armani und Gucci. Besonders prägend ist ihre langjährige Zusammenarbeit mit Miuccia Prada, aus der nahezu alle Prada-Düfte der letzten Jahre hervorgegangen sind.