Calice Becker zählt zu den einflussreichsten Parfümeurinnen der Gegenwart und hat die moderne Duftwelt maßgeblich geprägt. Geboren in Paris als Tochter russischer Eltern, entwickelte sie bereits in ihrer Kindheit eine tiefe Faszination für Düfte – insbesondere für die Frage, wie sich die Essenz von Blumen in einem Parfum einfangen lässt. Diese Neugier führte sie 1985 an die renommierte Roure Bertrand Dupont Schule in Grasse, wo sie unter Größen wie Dominique Ropion und Françoise Caron ausgebildet wurde.
Ihren internationalen Durchbruch feierte sie 1996 mit Tommy Girl, einem frischen, jugendlichen Duft, der weltweit erfolgreich wurde. Drei Jahre später setzte sie mit Dior J’adore einen Meilenstein der modernen Parfümerie. Inspiriert von niederländischen Blumenstillleben des 17. Jahrhunderts, revolutionierte sie die Kategorie der fruchtig-floralen Düfte durch eine strahlende, perfekt ausbalancierte Komposition.
Beckers kreative Philosophie basiert auf Eleganz und Ausgewogenheit. Selbst bei intensiven oder komplexen Rohstoffen bleiben ihre Kreationen weich und harmonisch. Charakteristisch ist ihre Methode, einzelne Duftbestandteile zunächst zu isolieren und anschließend zu einer stimmigen Gesamtkomposition zusammenzuführen – ein Ansatz, der besonders bei J’adore deutlich wird.
Heute ist sie Vice President Perfumer bei Givaudan sowie Leiterin der hauseigenen Parfümerieschule. Als Präsidentin der International Society of Perfumer-Creators setzt sie sich zudem für die Anerkennung der Parfümerie als künstlerische Disziplin ein.