Der Weg von Alexandra Carlin in die Parfümerie liest sich wie ein Roman. Die in Paris geborene Parfümeurin träumte ursprünglich davon, Schriftstellerin zu werden, bevor sie im Alter von 18 Jahren ihre wahre Berufung entdeckte. Ein Radiointerview mit einem Parfümeur weckte ihre Leidenschaft und brachte sie dazu, ihr Literaturstudium aufzugeben, um sich der wissenschaftlichen Welt der Duftkreation zu widmen.
Ihr Ausbildungsweg erforderte große Entschlossenheit und Einsatz. Carlin absolvierte zunächst eine naturwissenschaftliche Zusatzausbildung, um die notwendigen Chemiekenntnisse zu erlangen, und bestand anschließend die anspruchsvolle Aufnahmeprüfung für die ISIPCA in Versailles auf Anhieb. Zu Beginn ihrer Karriere sammelte sie wertvolle Erfahrungen bei Dior, wo sie an der Entstehung ikonischer Düfte wie Dior Homme und Pure Poison teilhaben konnte.
Ein entscheidender Wendepunkt war ihre Zusammenarbeit mit dem Meisterparfümeur Maurice Roucel bei Symrise. In einer bemerkenswerten Fügung stellte sich später heraus, dass Roucel genau der Parfümeur war, dessen Radiointerview Jahre zuvor ihre Karriere inspiriert hatte. Unter seiner Anleitung entwickelte sie ihren experimentellen Ansatz und verfeinerte ihre Fähigkeit, Geschichten durch Düfte zu erzählen.
Ihr literarischer Hintergrund prägt ihre kreative Arbeit bis heute. Sie behandelt Rohstoffe wie Worte und komponiert Düfte wie Erzählungen. Inspiriert von Literatur übersetzt sie atmosphärische Beschreibungen in olfaktorische Erlebnisse und erschafft so Duftkompositionen, die Figuren, Emotionen und Orte lebendig werden lassen. Dieser erzählerische Ansatz hebt sie in einer Branche hervor, in der Technik und Kunst eng miteinander verbunden sind.